Platz sechs auf der U23-EM

Collin Liebe vom Bessel-Ruder-Club e.V. Minden erreicht mit seinem Männer-Vierer das Finale A

Minden/Kruszwica (weihe) Für Collin Liebe vom Bessel-Ruder-Club e.V. Minden war die U23-Europameisterschaft im polnischen Kruszwica eine Regatta, die ihm im Erinnerung bleiben wird. Gemeinsam mit seinen Partnern Moritz Bitz, Julius Watzka und David Kalle vom Bundesstützpunkt Dortmund ging der Mindener erstmalig in der U23-Konkurrenz an den Start und belegte am Ende im A-Finale einen guten sechsten Platz.

Bereits der erste Wettkampftag verlangte den Mannschaften einiges an Flexibilität ab. Eine klemmende Startbrücke sorgte für Verzögerungen, der Zeitplan wurde verändert und wechselnde Windverhältnisse erschwerten die Rennen. Insbesondere der unangenehme Seitenwind stellte die Boote vor zusätzliche Herausforderungen. Auch der deutsche Vierer musste sich immer wieder auf die veränderten Bedingungen einstellen.

Liebe und seine Mannschaftskollegen ließen sich davon jedoch nicht aus dem Rhythmus bringen. Im Vorlauf ging es für das Quartett unmittelbar um den Einzug in das A-Finale. Hinter Gastgeber Polen ruderten Liebe, Bitz, Watzka und Kalle in 6:42 Minuten auf den zweiten Platz und sicherten sich damit die Teilnahme am Medaillenrennen. Italien und Kroatien folgten auf den weiteren Plätzen.

Im Finale traf der deutsche Vierer auf die stärkste europäische Konkurrenz. Liebe und seine Mannschaftskollegen konnten ihre Vorlaufleistung diesmal nicht bestätigen. Nach 6:48 Minuten überquerte das Quartett die Ziellinie auf dem sechsten Platz. Den Europameistertitel sicherte sich Rumänien vor Dänemark und Gastgeber Polen.

Für Liebe und seine Mannschaftskollegen stand am Ende dennoch die Erfahrung, bei einer Europameisterschaft den Einzug in das A-Finale geschafft und sich mit der internationalen U23-Konkurrenz gemessen zu haben. Auch seine Bootstrainerin Jana Peters blickt zufrieden auf die Entwicklung der jungen Mannschaft zurück. „Ich bin mit meiner Mannschaft sehr zufrieden. Sich in der neuen Altersklasse unter den sechs besten Booten Europas einzuordnen, zeigt, was für ein Potenzial in den Jungs steckt. Gleichzeitig wissen wir jetzt, welche Aufgaben und Entwicklungspotenziale in den nächsten Jahren vor uns liegen“, sagt Peters.

Für Collin Liebe war die Regatta zugleich ein besonderer Meilenstein: In Kruszwica feierte er sein internationales Debüt in der U23-Altersklasse. Bereits im vergangenen Jahr hatte der Mindener im U19-Bereich in derselben Bootsklasse international auf sich aufmerksam gemacht und die Bronzemedaille gewonnen. Der Wechsel in die U23 bedeutete damit den nächsten Schritt in seiner sportlichen Entwicklung.

Auch Liebes persönliche Saisonbilanz fällt positiv aus. „Der Start in die Saison war schwierig, aber ich bin trotzdem sehr froh über unser Abschneiden beim Saisonhöhepunkt. Ich bin hungrig auf mehr und voller Vorfreude auf die nächste Saison. Es war eine tolle Erfahrung direkt im ersten U23-Jahr wieder für Deutschland antreten zu dürfen“, sagt der Mindener.

Nach einer kurzen Pause vom Wettkampfgeschehen steigt Liebe nun wieder in das tägliche Training am Bundesstützpunkt in Dortmund ein. Dort bereitet er sich gemeinsam mit dem Bundestrainer auf die anstehenden Aufgaben der kommenden Saison vor.

 

DSC_5056: Der zweite Platz im Vorlauf bedeutet die Qualifikation für das A-Finale.

MSC_3830: Nach seinem erfolgreichem U19-Jahr 2025 fährt Collin Liebe (im Bug) in seinem ersten U23-Jahr auf Platz 6 bei den U23-Europameisterschaften in Kruszwica/Polen im Vierer ohne Steuermann.

 

Fotos: Detlev Seyb

Text: Alexander Weihe