Pott startet in Trakai

Schinderei für die U19-WM

Berlin-Grünau (knost) Aufstehen um kurz vor 6 Uhr morgens ist sicherlich nicht das typische Ferienprogramm für einen 17-jährigen Schüler. Für Patrick Pott vom Bessel-Ruder-Club beginnt aber derzeit ein typischer Tag so. Der Nachwuchsathlet von der NRW-Sportschule Besselgymnasium ist vom Deutschen Ruderverband für die U19-Weltmeisterschaft in Trakai/Litauen nominiert worden. Pott wird in Litauen im „kleinen“ Deutschlandachter sitzen. Wir haben ihn im Trainingslager in Berlin-Grünau besucht.

Frage: Du bist jetzt schon seit mehr als drei Wochen hier im Trainingslager. Wie sieht der Tagesablauf denn aus?

Patrick Pott: Um halb sechs klingelt der Wecker. Dann gibt es einen kurzen Imbiss und danach geht es zur ersten Einheit aufs Wasser. Um kurz vor acht Uhr sind wir dann wieder an Land, danach wird gefrühstückt. Das zweite Training ist dann meistens eine Gymnastik- oder Krafteinheit am Mittag. Am frühen Abend wird dann das zweite Mal auf dem Wasser trainiert. Jeden dritten Tag haben wir einen freien Nachmittag.

Frage: Trakai wird dein erster Start bei einer WM sein, also machst Du auch das erste Mal eine solche unmittelbare Wettkampfvorbereitung (UWV) mit. Ist das Trainingslager besonders anstrengend?

Patrick Pott: Die UWV ist mit vier Wochen natürlich deutlich länger als ein „normales“ Trainingslager zu Saisonbeginn. Hier powert man aber nicht die ganze Zeit durch, sondern wir haben erst diese Woche die ersten Belastungen gefahren. Zunächst haben wir uns im Achter darauf konzentriert, einen gemeinsamen Schlag zu entwickeln. Das hat bisher ganz gut geklappt.

Frage: Du wirst bei der WM im „kleinen“ Deutschlandachter starten. Wie sah denn der Qualifikationsmodus aus?

Patrick Pott: Der Achter wird im U19-Bereich immer erst zu Beginn der UWV selektiert. Über meine Vorleistungen in der Saison, u.a. mit der Bronzemedaille bei der U19-EM in Krefeld und zwei Silbermedaillen bei den Deutschen Jugendmeisterschaften in München bin ich zur Selektion eingeladen worden. Ich musste zu Beginn eine Testbatterie mit verschiedenen Belastungen auf dem Ergometer und Messbootfahrten absolvieren. Aufgrund dieser Leistungsergebnisse bin ich dann für den Achter nominiert worden.

Frage: Was ist denn eine Messbootfahrt?

Patrick Pott: Dort wird das gesamte Boot verkabelt. Es werden alle möglichen Leistungsparameter gemessen, zum Beispiel die Geschwindigkeit im Durchzug und der Druckverlauf am Blatt. Die Trainer werten die Ergebnisse gemeinsam mit einem Messboottechniker aus. Am Ende wird also festgestellt, wer am effizientesten rudert. Ist schon eine tolle Erfahrung mit einer kompletten „Verkabelung“ im Boot zu rudern.

Frage: Kanntest Du deine Mitruderer denn schon vorher?

Patrick Pott: Mit vier Sportlern aus Münster bin ich bereits im Jahr 2015 Deutschen Jahrgangsmeister im Achter geworden. Und mit Marius Münch aus Rostock habe ich im Mai in Krefeld EM-Bronze gewonnen. Die Stimmung im Boot ist sehr gut, wir haben trotz der anstrengenden Einheiten hier jede Menge Spaß an Land!

Frage: Abschließend bleibt natürlich noch eine Frage: Wie sieht das Ziel für Trakai aus?

Patrick Pott: Wir kennen die meisten Gegner noch nicht so gut, von daher ist erstes Ziel auf jeden Fall die Qualifikation fürs Finale. Und wenn wir dieses Ziel erreicht haben, werden wir angreifen und versuchen, eine Medaille zu holen!

Fotos aus der UWV unter: www.besselrc.de

 

Text: Christoph Knost

pott_uwv (Foto: Christian Schwier): Der Bessel-Schüler Patrick Pott vom Bessel-Ruder-Club vertritt die Farben Deutschlands am ersten Augustwochenende als Teil des U19-Nationalachters auf den U19-Weltmeisterschaften in Trakai/Litauen.
_1718912 (Foto: Alexander Pischke): Patrick Pott vom Bessel-Ruder-Club während einer Rennbelastung im Trainingslager Berlin-Grünau.